Semantic SEO und Suchmaschinen-Optimierung?

Ich muss für Semantic SEO weit ausholen, aber ihr könnt auch ab ca. der Mitte einsteigen. Unter SEO verstehen wir vielleicht bereits etwas. Was aber hat es mit der Semantik auf sich? Der Begriff Semantic wurde ursprünglich vom Erfinder des Webs, Tim Berners Lee geprägt. Er definierte es mal ungefähr so:

"a web of data that can be processed directly and indirectly by machines."

Heute gibt es nun zahlreiche Semantik-Projekte, die für oder an einer Version Web 3.0 arbeiten. Die Basis dafür sind sehr komplexe und technische Themen. Während an der Revolution für das Web 2.0 fast alle WWW-Teilnehmer direkt oder indirekt teilnahmen, ist es beim Web 3.0 im Vergleich eine kleine Gruppe von Menschen. Die Revolution wird hier durch Entwickler und Experten mit klaren Visionen erfolgen und findet so bereits statt.

Entscheidend wird hier nicht die gestalterische Darstellung der Daten sein, sondern die strukturelle und eben semantische "Vernetzung" der Daten. Die LETZTEN in der Kette werden hier die Webmaster der Webseiten sein. Sie sollen dann die vorhandenen Lösungen und Plattformen auf den Webseiten implementieren. Ist die Semantische-Struktur etabliert, profitieren dann auch die reinen Konsumenten des WWW davon, ohne zu wissen was im Hintergrund überhaupt passiert ist... (Also, der Semantic SEO wird es dann hoffentlich verstehen.)

The future lies beyond the links

Und da beginnt Semantic SEO. Ich sehe es so: Die Signale der Google-Suchmaschinen werden und wurden laufend optimiert. Für Google waren die Links, Back-Links und damit der Page-Rank immer eines der wichtigsten Signale. Die Verlinkung und Bewertung der einzelnen Links, waren für Google bester Faktor um die Relevanz einer bestimmten Webseite zu einem Thema aus Sicht der Google-Sucher zu messen.

Mit dem Panda-Update wurde aber klar, dass der Kauf von Backlinks und die klassische SEO-Optimierung nicht mehr ausreicht. Das bedeutet nicht, dass die angewandten Techniken veraltet oder ungültig sind, aber die Gewichtung wurde verändert bzw. die Bewertung der Signale neu berechnet. Google will dem Suchenden keine Seiten die mit Werbung zugeklebt sind vorschlagen. Durch die Möglichkeiten des SEO ist aber genau das in den letzten Jahren passiert. So haben Webseiten diese Möglichkeiten ausgenutzt, um ihre Relevanz zu häufig gesuchten Keywords zu steigern, nur um teure Werbeplätze auf Kosten der Besucher und auch Google zu verkufen. Diese Seiten boten also keinen oder nur sehr mangelnden Inhalt zum tatsächlich gesuchten. Der Besucher fand auf dieser Seite also nicht was er erwartet hatte, dafür aber haufenweise (nervende) bezahlte Werbung zu dem Thema. Dieses mal zur Schattenseite von SEO.

Die Seiten in den Such-Ergebnissen (SERPS) sollen aus Sicht eines Suchmaschinen-Anbieters die bestmögliche Relevanz zu einem Thema haben, und das auf der Basis eines quantitativen und noch besser qualitativen Inhaltes. Ja, und wer wüsste das besser als wir Teilnehmer des WWW. Darum auch ist heute ein guter bzw. relevanter Content und eine solide Präsenz in den Social-Media-Kanälen eben so wichtig, wie die Verlinkung. Nein, es heisst nicht vergesst die Links, aber wir müssen lernen weiter zu denken. Legt man die Zeichen nach aktuellen Web-Enwticklungs Projekten aus, ist eine der logischen Konsequenzen das semantische Web.

Auch Google wird in Zukunft die Semantik einer Webseite nach diversen Signalen analysieren, und die erhaltenen Informationen entsprechend indexieren. Wenn die Webseite dann die Semantischen-Standards unterstützt, wird Google so quantitativ aber auch qualitativ mehr Infos aufnehmen können, und damit auch der Score bzw. die Relevanz höher sein. Zu eben dieser semantischen Vernetzung, die wesentlich komplexer als die Verlinkung mit Links ist, muss sich in Zukunft jeder Webmaster und Web-Projekter grundsätzlich beschäftigen (müssen). Ja klar, das heisst also auch der SEM- bzw. der Seo-Mensch. Aha... Daher also Semantic SEO... Uhm, aber was mach ich denn damit?

Würde ich hier übrigens die 3 wichtigsten Signale in 10 Jahren aus Sicht von Google gewichten, dann sähe es so aus:

  • 1. Social-Media (Bewertungen der Web-Teilnehmer)
  • 2. Content (Auch semantische Verschlagwortung, Semantic SEO)
  • 3. Semantische Struktur und Terminologie (Semantic SEO, Anbindung an Semantik-DB's, Verwenung von Markup-Standards)
  • 4. Links (Verlinkung und Bewertung der Links)

(Das ist keine wissenschaftliche Prognose, diese basiert auf Beobachtungen und Meinungen der Community)

HTML5 follows Semantic and SEO too

Die schlauen Köpfe hinter der Bewegung von HTML5 haben in die Zukunft geschaut, und einen wichtigen Grundstein für das Web 3.0 oder eben das Semantic-Web gelegt. HTML ist per Definition eine Sprache um die Seite zu strukturieren. Leider wurde das in den letzten Versionen vernachlässigt. Eine Struktur steht und fällt aber mit der Terminologie. Das haben sich wohl auch die Erfinder von HTML gedacht, und sich darauf geeinigt:

:html:

::head::
:::body:::
:::body:::
::head::

:html:

Nun, da ist ja jetzt nichts semantisches daran. Doch HTML 1.0 gab hier sicher eine sinnvolle Struktur mit Analogie zum menschlichen Körper vor. Denn unter HEAD konnte man sich etwas vorstellen, und damit auch der Google-Agent, nachdem man ihn das lernte. Das hatte Google seinen Agents bereits früh beigebracht, nämlich die STRUKTUR zu "lesen", von oben nach unten, fast wie ein Mensch. Wäre man so unbedacht gewesen wie bei späteren HTML-Versionen, würde es wohl auch jetz noch so aussehen:

:html:

::Div-Container::

:::Div-Container2:::
:::::Div-Container::::
:::::Div-Container::::
:::::Div-Container::::
:::Div-Container2:::

::Div-Container::

:html:

Puh, was für ein Horror! Aber beinahe so schlimm war und ist es ja zum Teil immer noch. Darum gibts jetzt die Ansätze von HTML5 und man hat endlich links, rechts und nach vorne geguckt und das sieht nun ungefähr so aus:

Semantic SEO, es wird Zeit...

So. Nun muss der Semantic SEO der Zukunft eben rausfinden, wo denn z.B. semantische-Tags oder anderer Content am besten stehen müssen, damit es für Google einfacher oder überhaupt möglich ist, diese zu erfassen, und in die Berechnung des Scores oder sogar direkt in den Index aufzunehmen. Hier endet meine Vorstellung der Onpage-Massnahmen aber leider bereits, und das ist nur ein Teil des Semantic SEO. Offpage wird es globale Datenbanken geben, welche mit unseren Semantischen-Tags befüttert werden müssen, und vermutlich auch andere globale Semantic-Clouds. (Nur zu hoffen, das nicht Google wieder alles unter dem Hammer hat) Der Semantic SEO wird diese kennen, und seine Webseiten in diese Indexe abfüllen müssen. Last but not least, ich lege jetzt noch einen drauf, ist es aber nur ein Zwischenschritt...

Web 4.0 oder die intelligenten Agents

... bis die Semantische-Monster-KI (Google?) dann geschaffen ist, und Sie alle(s) versklaven wird...
Quatsch. Irgendwie wird sich aus den ganzen Semantik-Projekten aber wohl etwas entwickeln, was im Moment noch besseres Sci-Fi ist. Die Maschinen, Agents oder Bots, werden vermutlich in der Lage sein, die Texte tatsächlich zu "lesen". Wie das? Nun mit Hilfe der Semantischen-Felder aus den gloablen Datenbanken wird der Kontext erkannt, und das Thema noch eindeutiger zugewiesen werden, vorallem bei Long-Tail-Keywords.

Eigentlich versucht heute ja bereits SEO indirekt auch einen Kontext durch die Keyword-Optimierung zu vermitteln. Nur ist dieser durch das Keyword-Stuffing meistens eher generisch als semantisch. Ich behaupte nun, der Agent der Zukunft wird auch einen "organisch" geschriebenen Text so auswerten können, dass die Qualität und damit die Relevanz einer Seite erkannt wird. Die Massnahmen im Bereich Semantic SEO werden sich mehr wieder nach Onpage verlagern, und die Struktur/Semantic der Markup wird genauso wichtig wie das Keyword selber werden.

Der Agent der Zukunft könnte wie im Beispiel folgendes erkennen:

---Heute---

Gesucht: Fusspilz-Art
Resultat, Webseite: "Fussball-Tore"
Tags/Keywords: Tor, Ball, Fuss, Sport (Index-Match nach tor, ball, fuss, sport)
Naheliegende Kontexte: Medizin/Anatomie (Fuss), Architektur (Tor), Spielzeug/Sport (Ball)

Wenn dann jemand mit "Fussballen, Pilze, Tor-Muster" sucht, findet er womöglich nicht Seiten mit dem medizinischen Kontext, sondern eben eine "Fussball-Tore" Seite.
Was ist dass dann? Eigentlich auch für die Suchmaschine ein Fail, oder etwa nicht?

---Semantic-Agent (the future)---

(NICHT weiter im Such-Resultat)
Webseite: "Fussball-Tore"
Tags/Keywords: Tor + Ball + Fuss= Fussball-Tor
(Semantic-Index-Match: Prüfung der Semantischen Felder und Zuweisung)
::Semantische-Felder-Zuweisung::
Ball= SPORT, Spielzeug, FUSSBALL, Feste, Soziale-Anlässe
Fuss= Medizin, Anatomie, SPORT, Mensch, FUSSBALL, Gesundheit
Tor= Architektur, Haus, Burg, Gebäude, SPORT, FUSSBALL,
Sport= FUSSBALL, Gesundheit, Medizin, Freizeit,

SEMANTISCHER-Kontext: Fussball, Sport
Unsere Fuss-Pilzseite würde dann hier nicht mehr zutreffen.

Verzeiht mein "spezielles" Beispiel, aber es reicht für meine Semantic SEO Theorie für den Moment sicher aus.

Veröffentlicht am: 20. Januar 2012 19:04
Author: Fabian Friedli
Google+: Fabian Friedli